AlltagsKarussell

Routine oder Spontanität – wie lebt es sich einfacher?

Viele Mütter, mit denen ich mich unterhalte, setzen komplett auf Routine. Ohne Routine funktioniert der Alltag nicht, ohne Routine lässt sich nichts planen. Andere Mütter (und auch Väter, aber dazu komme ich noch) erdrückt diese Routine. Immer derselbe Alltragstrott, immer derselbe Ablauf.

Morgens um 7 Uhr werden die Kinder geweckt, danach zieht man alle für den Tag an, anschliessend wird gefrühstückt und nach dem Frühstücken macht sich Hausfrau oder Hausmann an die erste Putzeinheit. Dann wirds schon Zeit fürs Mittagessen, anschliessend Mittagsschlaf und einkaufen, dann warten, bis der Partner am Abend nach Hause kommt und die Kinder ins Bett gehen.

Klingt ganz schön eintönig oder? Ja, auch für mich klingt es eintönig und es gibt Tage, da finde ich diese Routine alles andere als schön und spannend. Aber sie gibt uns eine ungeheure Ruhe. Ich brauche dieses Wissen darüber, was mich am nächsten Tag erwartet, wann ich Zeit für den Einkauf oder für eine kurze Verschnaufpause meinerseits habe. Mich stresst es ungemein, wenn mein Kind vormittags im Auto einschläft, weil es bedeutet, dass der Mittagsschlaf später oder grad ganz ausfällt.

Früher war ich eher ein Mensch von der spontanen Sorte und ich habe Mütter im Alltagstrott eher belächelt. „So will ich nie werden. Soll das Kind doch schlafen, wenn ihm danach ist“ dachte ich mir dabei. Was ich dabei nicht wusste, war, dass ich dadurch aber dann nicht mehr schlafen kann, wenn mir danach ist. Dass so (zumindest bei uns) der Abend sehr lange werden kann.

Wenn ich mich mit Freunden treffen möchte, die ebenfalls Kinder haben, ist es manchmal ziemlich schwierig eine Zeit zu finden, in der das Kind nicht gerade essen oder schlafen oder die Mutter auf den Postboten warten muss.

Mein Mann tut sich mit unserem Alltag eher schwer. Unter der Woche ist es für ihn auch angenehm zu wissen, wie lange er noch mit dem Kleinen spielen kann, bis dieser zu Bett geht, so, dass er seinen Feierabend danach planen kann. Jedoch am Wochenende, wenn ihn diese Routine auch einholt, fühlt er sich dadurch sehr eingeengt. Dieses Gefühl, am Tag nicht mehr als (überspitzt gesagt) 2 Stunden zur freien Verfügung zu haben und diese Struktur den ganzen Tag über, können schon viel Raum einnehmen. Dass lange Autofahrten auf Schlafenszeiten gelegt werden oder kurze Autofahrten möglichst ausserhalb der Schlafenszeiten liegen müssen; Dass Ausflüge möglichst schattig gewählt werden und es unterwegs eine Möglichkeit für den Kleinen gibt, am Boden zu spielen und sich zu bewegen; Dass Spaziergänge nicht mehr 2 Stunden dauern, weil das Gebrüll bereits in der Hälfte gross werden könnte…Die Liste ist lang.

Klar klingt das jetzt alles sehr stark strukturiert und streng. Natürlich ist es nicht täglich so streng und es gibt Ausnahmen, da muss der Kleine halt dann einfach unterwegs schlafen und wir sind den ganzen Tag weg. Aber im Allgemeinen hilft mir diese Struktur gut durch meinen Mama – Alltag und sie hat sich einfach so ergeben, als sich unsere Tagesabläufe aufeinander abgestimmt haben. Und ich bin mir sicher, es wird noch viele Änderungen geben im Laufe der nächsten Jahre.

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