Mama

Schwangerschaftsgefühle – Wahrheit oder Inszenierung?

So eine Schwangerschaft ist schon etwas wunderschönes. Selten ist eine Frau fraulicher als in diesen neun prägenden Monaten ihres Lebens – egal wie oft diese erlebt werden. Der Körper macht einige Veränderungen mit – der Bauch wird runder, die Hüften meist voller, das Haar dichter und der Busen üppiger. Doch was ist mit dem Innern der Schwangeren?

Klischeehaft wird überall beschrieben, wie eine Frau hormongesteuert Zuhause auf der Couch sitzt und sich die Augen ausheult, weil in der Naturdoku im Fernsehn ein Pinguin von seinen Artgenossen von einem Eisblock gestossen wurde. Oder wie das Elefantenbaby 10 Minuten lang verzweifelt seine Mami gesucht (und gefunden) hat. Joa, das erscheint jetzt, nüchtern betrachtet, tatsächlich erstmal etwas lustig. Klar, im Tierreich ereignen sich viele tragische Szenen, doch sind diese es wirklich wert, 30 Minuten zu heulen und sich Gedanken darüber zu machen, wie lebenswert dieses Leben ist, wenn doch anderswo ein Elefantenbaby 10 Minuten nach seiner Mami suchen muss?! – Ja, sind sie!

Denn auch wenn diese Gefühle in der Schwangerschaft unschwanger ziemlich lustig wirken, so sind sie eigentlich ziemlich tragisch. Denn die Gefühle sind echt. Der Schmerz ist zu 100% real. Eine unschwangere 10 auf der Schmerzskala ist nicht vergleichbar mit einer schwangeren 10. Denn auch wenn diese schneller erreicht ist, so ist sie dennoch da und die emotionale Belastung dadurch enorm, denn überall im Alltag wird eine Schwangere mit schmerzlichen Erfahrungen konfrontiert.

Natürlich ergeht es nicht allen Schwangeren so. Doch ich für meinen Teil, doch, mir geht es so. Es scheint sogar von Schwangerschaft zu Schwangerschaft schlimmer zu werden. Kaum ein Tag vergeht ohne Tränen. Freudentränen, Tränen des Schmerzes, des Kummers, der Sorgen, des Stolzes oder, oder, oder,… Kaum ist man schwanger, scheint es unzählige Arten von Tränen zu geben. Und sie alle erfüllen ihren Zweck. Sie alle haben etwas heilendes, etwas gutes. Und doch brennen sie für einen kurzen Augenblick in der Seele.

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